Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. Nein, es gibt nicht mehr Arbeitsplätze. In die Zeitung habe ich heute noch nicht geschaut, falls sich an diesem Punkt über Nacht etwas geändert haben sollte. Was sich aber ändert und dass dank der freundlichen Unterstützung hochfinanzierter Lobbys, wie INSM und Gehirnwäschekampagnen ist die Haltung von Unternehmen zu ihren Arbeitnehmern.
Beim
lawblog wird ein Fall geschildert, in dem ein Arbeitnehmer eine
Verzichtserklärung unterscheiben soll, in der er auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub, sowie auf Sonderzahlungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet. In der darauf folgenden Diskussion in den Kommentaren wird deutlich, dass diese Praktiken im "Osten" wohl üblich sind. Tatsächlich handelt es sich hier um ein Unternehmen aus NRW. Wenn ich alles richtig verstanden habe, handelt es sich um einen produzierenden Betrieb in dem auch kein Festgehalt gezahlt wird. Details finden sich über einen Link in den Kommentaren.
Wie ich schon öfter geschrieben habe, gehören solche Unternehmen und Praktiken sozial geächtet. Jemand, der für solche antisozialen Machenschaften verantwortlich ist, sich sittenwidrig verhält, dürfte sich nicht mehr auf der Straße blicken lassen, ohne bespuckt zu werden. Was wir nicht brauchen sind Verhältnisse, wie ich kürzlich mal wieder in einem Bericht gesehen habe: eine Mutter hat drei Jobs und braucht trotzdem die Unterstützung durch kostenlosen Mittagessen gemeinnütziger Organisationen, was dort (wo wohl) auch kein Makel mehr ist, sondern eine Selbstverständlichkeit, dass man von seiner Erwerbsarbeit sich und seine Familie alleine nicht mehr ernähren kann.
Gegen genau diese Verhältnisse (wir hatten das und schlimmeres alles schon mal und in den sogenannten "Billiglohnländern" gibt es das auch immer noch) sind Menschen hier in Europa seit 200 Jahren nicht nur auf die Straße gegangen, sie haben teilweise auch mit ihrem Leben dafür bezahlt, dass es zu einem sozialen Gesellschaftsvertrag kommt, der versucht allen Menschen einen angemessenen Lebensstandard, soziale Sicherheit und Teilhabe zu sichern.