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Viele Fragen, keine Antworten"I am probably not the only one who writes in order to remain faceless. Don’t ask me who I am, or tell me to stay the same: that is the bureaucratic morality."
Michael Foucault

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So schlecht geht es uns doch garnicht

Die Agenturen (Reuters) und Zeitungen meldeten in den letzten Tagen, dass nach einem Rating der Weltbank die Bundesrepublik Deutschland als Wirtschaftsstandort auf Platz 19 von 155 vor Spanien, Italien aber hinter Schweiz und ?sterreich liegt. Was den durch die Weltbank neubewerteten Reichtum ((NZZ) auch wenn die Kriterien daf?r ge?ndert wurden, bliebt das Ergebnis das gleiche, Norden reich, der S?den arm) eines Landes angeht, liegt Deutschland auf Platz 5 (fr-online). Also, kein Grund zu jammern, es scheint ja alles zu laufen. Nat?rlich legen Regierung und Oppositionen die Berichte unterschiedlich aus, was sich auch in der Berichterstattung (?bersicht) widerspiegelt.
Die Weltbank spricht sich f?r soziale Gerechtigkeit als Strategie zum Abbau von Armut aus (NZZ). M?glicherweise tats?chlich ein Paradigmenwechsel in der Politik der Weltbank, mehr soziale Faktoren statt nur wirtschaftliche Entwicklung oder sie hat nur besser gelernt, Kreide zu fressen.

Wie wird soziale Gerechtigkeit nun von der Weltbank definiert:

Dabei gehe es nicht um gleich hohe Einkommen, betonte die Weltbank. Vielmehr m?ssten die Armen einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung, Justiz, Bildung, Arbeitspl?tzen, Kapital, Land und Wasser erhalten. Als notwendig nannten die Autoren des Berichts zudem politische Freiheit und Teilhabe an Entscheidungen. Der Missbrauch politischer und wirtschaftlicher Macht durch Eliten m?sse verhindert werden, hie? es.
Staaten entwickelten sich um so besser, je mehr sie in Bildungswesen und Infrastruktur investierten, den Rechtsstaat st?rkten, die Korruption bek?mpften, Eigentumsrechte garantierten und Monopole aufl?sten, erkl?rte ?konom Bourguignon. Die Weltbank-Experten betonen in ihrem Bericht zudem die Notwendigkeit eines zuverl?ssigen Kreditsystems. Studien in Simbabwe, Kenia und Indien h?tten ergeben, dass die Armen wesentlich h?here Zinsen zahlen m?ssten als die Reichen.

(Quelle).

Diese Definition ist ein alter Hut und ?ber die Auslegung streiten sich die Experten und Wissenschaftler seit der Gr?ndung moderner Staaten.

So, es geht es also gut, aber es gibt eine Kehrseite, die bei allem Bewerten der Ergebnisse aus den Augen verloren wird.

Ich denke an die Kinder hier in der Bundesrepublik, von denen seit Hartz IV 1.000.000 mehr in Armut leben, au?erdem denke ich an Basel II (faires Kreditsystem), an die Einf?hrung von Studiengeb?ren und den Lehrermangel in Deutschland, an die durch die PISA-Studie belegte Benachteiligung von Sch?lerInnen durch das dreigliedrige Schulsystem, schwarze Kassen, die sich zunehmend weiter ?ffnende Schere zwischen arm und reich in der Bundesrepublik. Sicher, die Bundesrepublik ist nicht mit Staaten am Ende der Listen der Weltbank zu vergleichen aber grade das macht mich stutzig. Wir k?nnten uns anderes leisten aber Habgier (Beispiel) und Korruption (Beispiel) stehen dem entgegen. Auch was die Forderung nach Chancengleichheit international angeht, bleibt es wohl bei warmen Worten (GATS). Die Liste l?sst sich unbegrenzt verl?ngern.

Ein Teil der Entwicklung wurde vom ?Economist? dergestalt gefeiert, dass es den Herrn Sebastian von Alarmschrei fast das Handtuch werfen liess:

Positiv beurteilt der "Economist" auch die Sozialreformen der rot-gr?nen Bundesregierung (Agenda 2010). Vor allem die umstrittene Hartz-IV-Reform habe dazu gef?hrt, dass es f?r 1,8 Millionen Langzeitarbeitlose inzwischen "weniger kuschelig" zugehe. Zudem h?tten die versch?rften Bedingungen die Angst deutscher Arbeitnehmer vor dem Verlust ihres Jobs erh?ht. "Das hat die Verhandlungsposition der Firmen bei neuen Tarifabschl?ssen gest?rkt und die Macht der Gewerkschaften geschm?lert." (Quelle) (Hervorhebung von mir)

Angst wird da als Fortschritt bejubelt. Angst, die krank macht. Die Auslegung dessen, was hier zuk?nftig als Chancengleichheit verstanden werden soll, wird aktuell massiv umgebaut(z.B. Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Es wird den Menschen vorgaukelt, ?Sieh zu wie du klarkommst und lass mich in Ruhe? -Ideologie sei die einzig gangbare Alternative. Im Kern dieser Ideologie ist der Propaganda-Ruf nach Individualismus am lautesten, er besagt, dass man es allein schaffen kann, wenn man es nur will und unterschl?gt dabei, dass es eigentlich hei?t, dass du es allein schaffen musst. Das heilsame Gegenmittel gegen die ?ngste in einer modernen Welt , wie schon seit einigen Jahrhunderten vom B?rgertum propagiert, soll die Familie sein. Wenn wir kopfsch?ttelnd vor dem scheinbar veralteten und verkrusteten hartn?ckigen Familienideal der b?rgerlich-rechten Parteien und Lager stehen, dann geht es nicht um Realit?ten, sondern um Idealisierungen. Diese Idealisierung soll das Gegengift f?r die wiederauflebenden Verhaltenslehren der K?lte (Lethen) sein.

Kein Mensch ist eine Insel oder wie es mal eine Bekannte von mir treffend sagte, alle Inseln sind am Meeresgrund miteinander verbunden.

Einige Ans?tze f?r eine andere Welt gibt es. Es entwickeln sich andere Strukturen im privaten, unter Freunden oder in Zweckgemeinschaften. Auch die kritischen Stimmen im Kontext postkolonialer Diskurse k?nnen Alternativen anbieten, wenn wir hier im "Westen" anfangen zuzuh?ren. Nicht alle Menschen auf diesem Planeten wollen, das, was wir haben. Sie sehen genau, was hier los ist und suchen f?r Alternativen f?r eine andere Entwicklung. Vielleicht ist die Alternative zum Kapitalismus im Moment schwer vorstellbar. Dass hei?t aber nicht, dass es keine gibt, nur weil unser Horizont zu eingeschr?nkt ist, uns diese Alternative vorstellen zu k?nnen.
15.9.05 22:18
 





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